Fahrradfreundliche Betriebe - da radelt man gern zur Arbeit!

Mit Checkliste 'Fahrradfreundlicher Betrieb: Daran erkennen Sie ihn - so werden Sie einer'!

Rad fahren ist gesund, schont die Umwelt, spart Geld und je nach zu fahrender Strecke auch eine Menge Zeit! Trotzdem fahren nur 22 % der Beschäftigten in Deutschland mit dem Rad zur Arbeit. Klar, bei vielen – genauer gesagt bei etwa der Hälfte der Beschäftigten – ist der Arbeitsweg einfach zu lang. Aber es quälen sich auch viele, deren Arbeitsweg eine tolle „Fahrradstrecke“ wäre, trotzdem im übervollen Bus oder gar mit dem Pkw an den Arbeitsplatz.

 

Die gute Nachricht: Betriebe und Unternehmen können beeinflussen, welche Verkehrsmittel die Mitarbeiter wählen. Wenn sie das versuchen, spricht man vom „Mobilitätsmanagement“. Wenn dies speziell aufs Fahrrad gelenkt wird, spricht man auch von „betrieblicher Radverkehrsförderung“. Doch nur originelle Plakate an der Wand, die fürs Radfahren werben, oder der Flyer am Schwarzen Brett, dass der Arbeitsweg mit dem Rad doch umweltschonend und gesund sei, führen nicht zum Erfolg. Betriebe können viel mehr dafür tun, dass sie fahrradfreundlich werden, Haben Sie schon einmal über folgende Maßnahmen nachgedacht?

 

  • Rad-Abstellplätze, -Abstellanlagen und Fahrradständer einrichten0,3 Fahrrad-Abstellplätze pro Arbeitsplatz sind empfehlenswert. Fahrradständer gibt es in allen möglichen Varianten. Wettergeschützt oder überdacht sollten sie stehen und am besten sollte man sie fahrend erreichen können. Radler sollten ihre Drahtesel also nicht über Stufen, Absätze oder enge Wege mit scharfen Kurven schleusen müssen. Auch beleuchtet und möglichst nah an Gebäuden sollten Fahrradparker platziert werden. Wer erst das dunkle Firmengelände passieren oder in die letzte düstere Ecke muss, um sein Rad zu holen, dem dürfte die Lust aufs Radfahren zur Arbeit schnell vergehen …

Tipp: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club e.V. (ADFC) testet Fahrradabstellanlagen auf Gebrauchstauglichkeit und Sicherheit. Mit Fahrradständern nach der ADFC-Richtlinie kaufen Sie Qualität und Komfort.

  • Umkleidemöglichkeiten mit Handwaschbecken: Beschäftigte, die mit dem Fahrrad kommen, sollten sich schnell frisch machen können, denn jeder Fünfte sagt, er fahre nicht mit dem Rad zur Arbeit, weil er nicht verschwitzt dort erscheinen wolle. Einige Betriebe bieten sogar Duschmöglichkeiten an.
  • Trocknungsmöglichkeiten für feuchte Kleidung: Natürlich möchte niemand für den Heimweg mit dem Rad das Shirt anziehen, das morgens verschwitzt war und dann den ganzen Tag im Rucksack gesteckt hat …
  • Kostenlose Fahrradchecks und Sicherheitschecks, auch in Kooperation mit Polizei oder Fahrradclubs: Wenn Unternehmen einen kostenlosen oder vergünstigten Service anbieten, haben Beschäftigte keinen Reparatur- und Wartungsstress.
  • Angebot einer Servicestation mit Kompressor zur Messung des Reifenluftdrucks und Werkzeug: Die einfachen, alltäglichen Wartungsarbeiten können Beschäftigte an so einer Servicestation schnell selbst erledigen.
  • Zurverfügungstellen von Diensträdern, die auch privat genutzt werden dürfen: Wenn ein Beschäftigter ein solches Dienstrad über seinen Arbeitgeber bezieht, ist es meist 15 bis 30 % günstiger. Betriebe sparen ebenfalls Kosten und haben fittere Mitarbeiter! 
  • Auflademöglichkeiten für Elektrofahrräder: Auf den Straßen sind immer mehr Pedelecs unterwegs – sie ermöglichen es mit ihrer Motorunterstützung, entspannt auch weite Strecken zurückzulegen. Warum stellen Sie nicht einfach eine Auflademöglichkeit zur Verfügung?
  • Gut beleuchtete (Rad-)Wege: Nur wer gut sieht, kommt sicher ans Ziel und fährt gerne.
  • Forcierung von Aktionen wie die Wettbewerbs-Teilnahme bei „Mit dem Rad zur Arbeit“, Veranstaltung von Aktionstagen, Fahrradbörsen: So machen Sie das Fahrrad als ernst zu nehmendes Verkehrsmittel in Ihrem Betrieb bekannt. Solche Aktionen und Wettbewerbe bieten Information und Ansporn.
  • Bonusprogramme, Ehrungen, Abzeichen, Auszeichnungen, eigene Programme und Wettbewerbe: Bestimmt spornt es den ein oder anderen Mitarbeiter an, öfter oder immer das Rad als Verkehrsmittel der Wahl zu nutzen, wenn es etwas zu gewinnen oder wenn es Auszeichnungen gibt.
  • Betriebsausflüge mit dem Rad, um Radmuffel auf den Geschmack zu bringen: Eine Radtour, die ist lustig!
  • Fahrradkarten-Material zur Verfügung stellen: Gerade für neue Mitarbeiter oder „Umsteiger“ aufs Fahrrad sind Hilfen in Form von Routenplanern und Karten-Material interessant. Sie können das Ganze in einer originellen „Fahrradfahrer-Mappe“ präsentieren.
  • Benennung eines betrieblichen Fahrradbeauftragten als Ansprechpartner für Vorschläge und Probleme: An ihn können sich Radfahrer und alle, die es noch werden wollen, mit Fragen, Sorgen und Nöten wenden.

 

Tipp: Alle wichtigen Punkte, woran Sie einen fahrradfreundlichen Betrieb erkennen und wie Sie Ihren Betrieb selbst zu einem machen, finden Sie als Checklisten-Download unterhalb dieses Beitrags.

 

Der ADFC bietet sogar ein Zertifikat für fahrradfreundliche Betriebe an. Unternehmen, die ausreichend Punkte aus einem Kriterien-Katalog erfüllen, werden mit dem Siegel „ADFC-zertifizierter fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Dieser Kriterien-Katalog beinhaltet unter anderem das Zurverfügungstellen von Sicherheitschecks, von Fahrradständern, aber auch Motivations-Maßnahmen wie Infotage und Bonus-Programme. Auch beim Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. gibt es ein Zertifikat: „FAHRRAD-fit Betrieb“.

 

Jetzt fragen Sie sich noch, was Arbeitgeber davon haben, wenn sie ihre Beschäftigten dazu bringen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren? Die Antworten auf einen Blick:

  • Weniger Kosten für Parkplätze und Parkraum
  • gesündere und fittere Mitarbeiter
  • weniger Wegeunfälle mit Pkw
  • bessere Co2-Bilanz
  • besseres Arbeitgeber-Image




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