Innerbetriebliche Verkehrswege - diese 6 Punkte bringen Sicherheit

Unfallfrei im Arbeitsalltag

Verkehrswege sind neuralgische Punkte in der Betriebssicherheit: Jeder dritte Unfall passiert in Zusammenhang mit Fahr- oder Transporttätigkeiten. Und oft haben diese Ereignisse schlimme Folgen, wenn Fahrzeuge involviert sind. „Im Mittelpunkt des Unfallgeschehens, insbesondere bei den schweren Unfällen, stehen Flurförderzeuge (z. B. Anfahrunfälle, Umstürze)“, erklärt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

 

Aus gutem Grund gibt es also arbeitsschutzrechtliche Vorschriften, wie Verkehrswege zu gestalten sind, allen voran die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8 „Verkehrswege“, in der es um das „Betreiben“ und „Einrichten“ von Verkehrswegen geht. ASR konkretisieren die Arbeitsstättenverordnung, und wer sich an die Vorgaben darin hält, kann davon ausgehen, dass er in Sachen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit richtig gehandelt hat. Oberstes Gebot bei der Gestaltung von Verkehrswegen: „Fußgänger- und Fahrzeugverkehr sind so zu führen, dass Beschäftigte nicht gefährdet werden.“

 

Folgende Punkte sollten Sie dafür beachten:

  1. Verkehrswege müssen eben und trittsicher sein, um Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle zu vermeiden.
  2. Verkehrswege müssen bestimmte Breiten haben. Wie breit ein Weg für den Fußgängerverkehr sein muss, hängt von der Anzahl der Personen ab, die den Weg nutzen (bei 5 Personen sind es 87,5 Zentimeter, bei 400 Personen 2,40 Meter). Sind Lagereinrichtungen, also Regale, Geräte und Flurförderzeuge, im Spiel, beträgt die Mindestbreite 1,25 Meter. Die Breite von Wegen für den Fahrzeugverkehr berechnet sich aus der Breite des Transportmittels oder Ladegutes, des Randzuschlags und des Begegnungszuschlags. Die beiden Letzteren sind wiederum abhängig von der Geschwindigkeit der Fahrzeuge und der Kombination von Fußgänger und Fahrzeug. In Kurven sind die Wenderadien der Fahrzeuge einzubeziehen.
  3. Fußgänger- und Fahrzeugbereiche müssen ganz eindeutig voneinander getrennt sein. Was das bedeutet, muss die Gefährdungsbeurteilung ergeben. Handelt es sich um größere Gefahren, etwa dass Personen mit Gabelstaplern zusammenstoßen könnten, empfiehlt die ASR A1.8 Geländer oder Planken als trennende Objekte einzusetzen: „Wenn es das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung erforderlich macht, sind Geländer oder Leitplanken zur Abgrenzung zwischen niveaugleichen Verkehrswegen und umgebenden Arbeits- und Lagerflächen sowie zwischen Wegen für den Fußgänger- und Fahrzeugverkehr zu setzen.“
  4. Auch Gänge einschließlich Laufstegen und Fahrsteigen, Bühnen und Galerien, Treppen, ortsfesten Steigleitern und Laderampen gehören zu den Verkehrswegen. Beschäftigte müssen hier vor Absturz und herabfallenden Gegenständen geschützt werden. Auch hier empfiehlt die ASR Geländer – und den Blick in die ASR A2.1 „Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen“.
  5. Kreuzungen und Einmündungen sind übersichtlich zu gestalten. Hier können Spiegel, Schranken, Hinweisschilder und andere Hilfsmittel sinnvoll sein.
  6. Achten Sie bei Verkehrswegen, die im Freien liegen, darauf, dass sie bei jeder Witterung sicher nutzbar sind!

 


Praxis-Tipp: Um die Sicherheit von Verkehrswegen zu überprüfen, bietet die DGUV den ASA-Check „Innerbetriebliche Verkehrswege“ an. Nach einer Bestandsaufnahme sind Maßnahmen festzulegen: Braucht es Änderungen an der betriebsinternen Verkehrsregelung? Braucht es eine übersichtlichere Gestaltung durch Rammschutz, Markierung oder Verkehrsspiegel? Damit die Umsetzung von möglichen Maßnahmen funktioniert, sollte für jede zu treffende Maßnahme eine verantwortliche Person bestimmt werden. Legen Sie außerdem einen Zeitpunkt fest, wann überprüft werden soll, ob die ergriffenen Schutzmaßnahmen funktionieren!




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