Verkehrssicherheit im Betrieb und auf Arbeitswegen

Mit Verkehrssicherheitsarbeit gewinnen


    Etwa alle 15 Sekunden ereignet sich in Deutschland ein Verkehrsunfall und alle 98 Minuten stirbt ein Mensch im Straßenverkehr … 3.459 Menschen wurden im Jahr 2015 auf deutschen Straßen bei einem Unfall getötet – das ist seit Jahren wieder ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, und zwar um 2,4 %. 393.000 Menschen wurden 2015 bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt. In 90 % der Fälle ist es menschliches Versagen, das zu einem Unfall führt. Ziel muss es also sein, Fahrer zu sensibilisieren, zu schulen und damit die Unfälle zu reduzieren - das gilt auch oder ganz besonders für Berufskraftfahrer oder andere Personen, die viel beruflich unterwegs sind, aber auch für den Verkehr auf einem Betriebsgelände.

    Egal, ob auf dem Weg zur oder von der Arbeit (besonders viele Unfälle geschehen im Berufsverkehr) oder ob auf einem Dienstweg, also einer Fahrt im betrieblichen Auftrag – wenn ein Wegeunfall oder ein Dienstwegeunfall passiert, können Ausfälle von Mitarbeitern und Schäden an Dienstwägen die Folgen sein. Aber: Betriebe, die denken, dass sie dagegen nichts tun können, irren gewaltig! Untersuchungen zeigen immer wieder, dass die Umgebungsbedingungen und das Klima im Betrieb einen großen Einfluss darauf haben, wie verkehrssicher und vernünftig sich Beschäftigte verhalten. Und das gilt für den innerbetrieblichen Verkehr als auch für den Straßenverkehr in betrieblicher Mission. 


    Verkehrssicherheit? Arbeiten Sie dran!

    Wenn Unternehmen versuchen, das Verhalten von Beschäftigten im Verkehr zu beeinflussen, nennt man das „betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit“. Diese muss in kleinen Betrieben ganz anders aussehen als in großen, auf dem Land ganz anders als in der Stadt.

    Folgende Aspekte können bei der Verkehrssicherheit eine Rolle spielen:

    • Zeitdruck und Arbeitsstress für Beschäftigte vermeiden und Betriebsklima verbessern: Das betrifft zeitlich großzügige Tour- und Routenplanungen; weniger strikte Vorgaben, was Pünktlichkeit angeht; möglichst flexible Arbeitszeitregelungen; fest eingeplante Fahrpausen ...
    • Sichere Mobilität als Unternehmensziel festschreiben und das auch umsetzen: Verkehrssicherheitsthemen (etwa Ladungssicherung, Fahrzeugsicherheit …) sollten in Unterweisungen oder bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter zur Sprache kommen. Auch Aktionstage und Arbeitssicherheitstage mit dem Schwerpunkt „Verkehrssicherheit“ können helfen, das Ganze ins Bewusstsein der Beschäftigten zu bringen. Institutionen wie der ADAC, die DEKRA, der ACE oder die BG Verkehr verleihen Überschlagsimulatoren oder Gurtschlitten. Erstere simulieren einen Überschlag mit einem Wagen, Letztere einen Auffahrunfall. Wenn man das einmal, wenn auch simuliert, erlebt hat, prägt sich das stärker ein als graue Theorie! Auch Sicherheitstrainings oder eLearning machen Gefahren im Straßenverkehr anschaulich, etwa beim Lernmodul „Verhalten im Straßenverkehr“ von der BG ETEM.
    • „Mobilität“ und „Verkehrssicherheit“ als Themen in der Gefährdungsbeurteilung: Helfen kann dabei das Risikoanalyse-Tool GUROM von DVR, DGUV und der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
    • Angebote zur Mobilitätsverbesserung: Mit Jobtickets, Diensträdern oder Plattformen für Fahrgemeinschaften oder Carsharing können Betriebe Beschäftigte dazu bringen, das Verkehrsmittel Auto aufzugeben oder zumindest zusammen mit Kollegen zu fahren. Für besondere Zielgruppen machen besondere Angebote Sinn, etwa für Fahranfänger, für Schichtarbeiter, für Fernpendler …
    • Regeln für betriebliche Fahrten: Legen Sie am besten schriftlich fest, an welche Regeln sich Beschäftigte halten müssen, die im Namen Ihrer Firma unterwegs sind. Dazu können gehören: Tempolimit, an die Verkehrsregeln halten, richtiger Umgang mit Müdigkeit, Telefonverbot trotz Freisprecheinrichtung ... Gerade Ablenkungen durch das Smartphone werden immer mehr zur Gefahrenquelle.
    • Regeln für den innerbetrieblichen Verkehr: Auch wie im Lager oder auf anderen betriebsinternen Wegen gefahren wird, sollte klar geregelt sein. Maßnahmen können ein generelles Tempolimit oder Geschwindigkeits-Messtafeln sein. Kommunizieren Sie Konsequenzen bei Verstößen klar und deutlich.
    • Verbesserungen an und Instandhaltung von Fahrzeugen: Es gibt alle möglichen Anschaffungen, die den Verkehr sicherer machen. Dazu gehören zusätzliche Außenspiegel für Transporter, Fahrer-Assistenzsysteme (FAS) wie Kamera-Monitorsysteme, Rangierwarneinrichtungen ... Eine regelmäßige Kontrolle der Dienstfahrzeuge auf Verkehrssicherheit sowie die regelmäßige Wartung und Inspektion gehören natürlich dazu.
    • Verbesserungen an Wegen: Auf betriebsinternen Wegen können Industriespiegel oder Kugelspiegel an Kreuzungen für bessere Übersichtlichkeit sorgen. Markierungen und die Trennung von Wegen durch Geländer verhindern, dass sich Fahrzeuge und Fußgänger in die Quere kommen.

    Um die Verkehrssicherheit im Betrieb als auch auf Arbeitswegen und Dienstfahrten zu verbessern, kooperieren die DGUV und der DVR und bieten Unterstützung für Betriebe. So zum Beispiel im Rahmen des Präventionsprogramms „Deine Wege – Sichere Mobilität im betrieblichen und öffentlichen Bereich“. Ziel ist die Umsetzung der „Vision Zero – Keiner kommt um. Alle kommen an“. Das ist die Vision von einer Welt ohne Unfälle und damit ohne Verletzungen oder gar Todesfälle – im Straßenverkehr genauso wie im Betrieb. 


    Mitmach-Tipp: Verkehrssicherheits-Wettbewerb

    Der VDSI und der DVR prämieren beim Wettbewerb „Unterwegs, aber sicher!“ Maßnahmen für sichere und nachhaltige Mobilität – sowohl betriebsinterne als auch auf Arbeitswegen und Dienstfahrten. Wenn Sie bereits Maßnahmen für sicheren innerbetrieblichen Verkehr oder für Sicherheit im Straßenverkehr umsetzen, die innovativ sind und noch dazu etwas bringen, dann bewerben Sie sich bis 15. Juli 2017! Die ersten drei Gewinner erhalten insgesamt 6.000 Euro Preisgeld, außerdem werden unter den Teilnehmern Fahrsicherheitstrainings verlost. Die Preisverleihung findet im Oktober 2017 auf der Arbeitsschutz-Messe A+A in Düsseldorf statt.

     
     

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