Fahrradparkplätze in Ihrem Betrieb: sicher und einladend

11 Tipps für vorbildliche Abstellplätze

200 Jahre Fahrrad wollen gefeiert werden  – also nichts wie rauf auf den Drahtesel! Am besten, Sie legen sogar Ihren Weg zur Arbeit damit zurück. Das ist nicht nur gut für die Umwelt und trägt zur Entlastung der Verkehrs-Infrastruktur bei, sondern ist auch Ihrer Gesundheit zuträglich. Und Geld sparen Sie außerdem. Auch Betriebe sollten ein Interesse daran haben, die Beschäftigten aufs Rad zu bringen. Sie sparen dadurch (Park-)Platz und Geld. Neben Arbeitswegen bieten sich auch Dienst- und Transportwege für das Fahrrad an. Schätzungen zufolge könnten 51 % aller motorisierten Transporte in europäischen Städten auf Fahrräder verlagert werden. Bei einer Streckenlänge von unter sieben Kilometern und einem Gewicht von weniger als 200 Kilogramm sei das sinnvoll.

Auch wenn Sie es kaum glauben können: Betriebe können eine Menge dafür tun, dass ihre Mitarbeiter sich umweltfreundlich und gesund mit zwei Pedalen vorwärtsbewegen. Sie sollten sich die „Fahrradfreundlichkeit“ auf die Fahnen schreiben. Wenn es Beschäftigten so angenehm wie möglich gemacht wird, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen, dann werden auch immer mehr diese Möglichkeit nutzen. Neben guten und sicheren Verkehrswegen auf dem Betriebsgelände spielt es für die Fahrradfreundlichkeit eine große Rolle, wie es um die Fahrrad-Abstellmöglichkeiten steht. Genauer gesagt: Legen Sie Ihr Augenmerk auf jeden Fall auf die Gestaltung von Fahrradparkplätzen! Sie tragen einen Großteil dazu bei, dass Radfahren attraktiver wird.

Folgende Gestaltungspunkte sind hier zu beachten:

  • Zufahrt: Um die Anreise mit dem Rad möglichst attraktiv zu gestalten, sollten Gebäude und Arbeitsplätze von den Fahrradparkplätzen aus gut und über kurze Wege zu erreichen sein.
  • Schutz fürs Rad: Fahrradparker sollten überdacht sein, um die Räder vor Korrosion und Witterung zu schützen. In Fahrradgaragen oder Fahrradboxen (Bikeboxen) sind Drahtesel besonders gut aufgehoben.
  • Beleuchtung: Für die Sicherheit sollten Fahrradparkplätze hell, gut beleuchtet und gut einsehbar sein. Soziale Kontrolle kann Vandalismus und Übergriffe verhindern.
  • Zutrittskontrolle: Kontrollieren Sie den Zutritt zu den Fahrradparkern. Auch abschließbare Fahrradparkbereiche können eine gute Sicherheits-Lösung sein.
  • Inklusion: Fahrradparkplätze sollten barrierefrei zu erreichen sein.
  • Radfahrer-Privilegien: Vorteile für Fahrradfahrer können ein echtes Argument für den Umstieg aufs Rad sein. Machen Sie beispielsweise Pkw-Parkplätze kostenpflichtig.
  • Der richtige Fahrradständer: Rahmenschließbare Fahrradständer sind solchen, bei denen nur das Vorder- oder das Hinterrad angeschlossen wird, vorzuziehen – das ist besser für das Fahrrad und dient dem Diebstahlschutz.  Das bayerische Innenministerium empfiehlt für öffentliche Bereiche Bügel, Hoch-Tief-Parker oder Doppelstockparker.
  • Rutsch- und Stolpergefahr: Sorgen Sie für einen festen und trockenen Untergrund am Fahrradparkbereich.
  • Gehen Sie mit der Zeit! Ermöglichen Sie es auch Besitzern von ungewöhnlichen Drahteseln wie Pedelecs, Fahrrädern mit Anhängern oder Lastenrädern, dass sie sie sicher anschließen können. Für Räder mit E-Motoren ist ein Abstellraum ideal, der Temperaturen nicht unter 10 Grad erreicht. Ladestationen für E-Bikes gehören mittlerweile zum guten Ton und sind leicht erhältlich.
  • Information für alle potenziellen Radfahrer: Informieren Sie nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Kunden über den gut eingerichteten Fahrradparkplatz in Ihrem Betrieb.
  • Regeln müssen sein: Kommunizieren Sie die Einstellbedingungen für Ihre Fahrradparkplätze klar und deutlich.

Betriebe, die diese Punkte beachten, können sich mit dem neuen EU-weiten Zertifikat „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ vom ADFC und der EU auszeichnen lassen. Auf der Webseite gibt es einen kostenlosen Selbsttest, ob Sie mit Ihrem Betrieb auf dem richtigen Weg zur Fahrradfreundlichkeit sind. 


So lassen Sie sich Fahrradfreundlichkeit fördern

Im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gibt es Förderungen für Fahrradfreundlichkeit im Betrieb. „Wirtschaftsverkehre“ sind eins der zwei Spezialgebiete, mit denen Sie gute Chancen auf einen finanziellen Zuschuss haben. Förderfähige Themen können sein: Gestaltung des Fuhrparks, gute Lösungen für Wartungen, Erhöhung der Akzeptanz von Lastenrädern und der Radnutzung für Dienstfahrten oder auf Betriebsgeländen. 


Fahrrad-Aktionen zum Fahrrad-Geburtstag

Zum 200-jährigen Geburtstag des Fahrrads und weil Radfahren so viele Vorteile mit sich bringt, gibt es außerdem verschiedene Fahrrad-Aktionen, an denen sich Betriebe beteiligen können. Die AOK lädt wieder zu der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ (MdRzA) ein. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat die Jubiläumskampagne „200 Jahre Fahrrad – made in Germany“ mit einer extra Webseite gestartet. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) will mit dem Projekt „Mehr Platz fürs Rad!“ Fahrradförderung in deutschen Städten und Gemeinden voranbringen.




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