Bodenmarkierungen: So finden Sie die richtige!

Vorschriften beachten, sicher markieren

Verkehrswege markieren, Fluchtwege kennzeichnen, Sperrbereiche verdeutlichen, Sicherheit bringen: Das sind die Grundfunktionen von Bodenmarkierungen. Neben den bekannten selbstklebenden Bodenmarkierbändern und Bodenmarkierfarben in Sprühdosen gibt es Baumarkierer, um Punkte schnell und einfach zu kennzeichnen, etwa für Aufgrabungen oder anzubringende Markierungen. Egal, ob Sie auf einem Boden im Innenbereich, also in der Werkstatt oder in der Industriehalle, oder im Außenbereich markieren wollen: Wichtig ist, dass das Markiermaterial gegen die gegebenen Einflüsse resistent ist, also etwa Witterung, Chemikalien, Abrieb oder UV-Strahlung.

Markieren im Betrieb

Wie Kennzeichnungen und Markierungen im Betrieb einzusetzen sind, regelt die Arbeitsstättenverordnung bzw. die sie konkretisierende Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“. Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung kann demnach erfolgen mittels „eines Sicherheitszeichens, einer Farbe, eines Leucht- oder Schallzeichens, verbaler Kommunikation oder eines Handzeichens“. Solche Signale, zu denen auch die Bodenmarkierung gehört, treffen eine „Sicherheitsaussage“, also zum Beispiel: „Betreten Sie diesen Bereich nicht, denn hier fahren Gabelstapler!“ oder „Stellen Sie hier keine Dinge ab, dies ist ein Fluchtweg!“


TIPP: Oft haben Markierbänder oder -farben die Eigenschaft, dass sie etwas rutschiger sind als der umgebende Untergrund. Wenn Sie dies vermeiden möchten, können Sie auch zu Antirutsch-Belägen oder Hallenmarkierfarben greifen.


Eine Gefährdungsbeurteilung wird ergeben, wo in Ihrem Betrieb eine solche Kennzeichnung notwendig ist. Grundsätzlich können Sie die eben genannten verschiedenen Arten der Kennzeichnung kombinieren, solange sie eindeutig sind und die Beschäftigten nicht verwirren. Sie können also zusätzlich zur Bodenmarkierung ein Schild anbringen, um Ihr Anliegen zu verdeutlichen.

Wichtig ist, dass Arbeitgeber regelmäßig kontrollieren, dass die Sicherheitskennzeichnung noch gut in Schuss ist und ihren Dienst erfüllt. Abgenutzte und gar in Fetzen weghängende Markierungen sind eher Unfallursache als ein Beitrag zur Sicherheit.

Speziell für die Markierung von Fahrwegen in Arbeitsstätten gilt laut ASR A1.3, dass

  • die Markierung mindestens 5 cm breit sein
  • in einer gut sichtbaren Farbe, vorzugsweise Gelb oder Weiß,
  • mit ausreichend Kontrast zur umgebenden Bodenfarbe

gestaltet sein muss. Schließlich müssen die Markierungen deutlich erkennbar sein, um ihre Wirkung zu entfalten.

Aufgelegte Markierungen: Markierfarben und Markierband

Zu unterscheiden ist zwischen Markierfarben vs. Markierband. Beides wiederum gehört zu den „aufgelegten Markierungen“, die von den „eingelegten Markierungen“ unterschieden werden, für die tatsächlich der Bodenbelag aufgefräst wird, damit die Markierung hineingelegt werden kann. Eingelegte Markierungen werden aber nur an sehr stark beanspruchten Stellen eingesetzt, zum Beispiel an regelrechten Verkehrsknotenpunkten im öffentlichen Bereich.

Bodenmarkierfarben sind am besten aufzubringen mit einem Bodenmarkiergerät, einem Handmarkiergerät oder mit einer Schablone. Mit Hilfe einer Schlagschnur ziehen Sie gerade Striche. Hallenmarkierfarbe dient zum Streichen von Böden in Lagern & Co. und sollte, wenn Flurförderzeuge verkehren, staplergeeignet sein. Außenmarkierfarbe hält Witterung stand und Sie können sie, wie der Name schon sagt, für Markierungen im Außenbereich einsetzen.

Bodenmarkierband ist in der Regel selbstklebend. Es gibt Exemplare, in denen Stahl verarbeitet ist. Diese sind sehr robust und überstehen auch Staplerverkehr und andere Belastungen. Wenn Sie mit einem Band markieren, müssen Sie außerdem keine Trocknungszeiten abwarten wie bei Farbe. Zudem können Sie es leicht wieder entfernen, ohne dass etwas zurückbleibt.

Dann gibt es noch thermoplastische Markierungen. Diese werden mit einem Gasbrenner auf dem Boden angeschmolzen und sind dementsprechend haltbarer als selbstklebende Markierungen oder Farben – sie sind aber auch schwieriger zu entfernen. Sie machen also wirklich nur Sinn bei dauerhaft gedachten Markierungen. Oft gibt es thermoplastische Markierungen schon in Form von Markierungszeichen nach Anlage 2 zu §41 der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu kaufen. Klingt kompliziert? Ist es gar nicht! Hier handelt es sich einfach um die jedem gängigen Zeichen wie bspw. das Stoppschild (Zeichen 206) oder das „absolute Halteverbot“ (Zeichen 283).


TIPP: Wundern Sie sich bei thermoplastischen Fahrbahnmarkierungen nicht, wenn es länger dauert, bis eine farbige Markierung die richtige Temperatur zum Aufbringen erreicht als eine weiße. Das ist ganz normal.


Für Markierungen im Straßenverkehr gilt die ASR A1.3 nicht, hier ist die StVO zu beachten. Danach gelten Markierungen als Verkehrszeichen. Wie im Betrieb, so dienen Fahrbahnmarkierungen im Straßenverkehr der Sicherheit.
Damit sie dieses Ziel erfüllen, sind

  • die richtigen Materialien zu verwenden
  • die Markierungen richtig zu applizieren (von einer Fachkraft für Straßenmarkierungen) und
  • über die gesamte Lebensdauer zu prüfen.

    Markierungen im Straßenverkehr müssen weiß sein, nur „als vorübergehend gültige Markierungen sind sie gelb; dann heben sie die weißen Markierungen auf“, so steht es in §39 StVO.

    Fahrbahnmarkierungsfolien zum Beispiel für Straßen oder für Straßenbaustellen müssen von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) geprüft werden, also BASt-geprüft sein. Wenn Markierungen für fließenden Verkehr gelten, müssen sie außerdem retroreflektierend sein, was durch Reflexperlen oder andere der Markierungsfarbe beigemischte Reflexkörper erreicht wird. Je nach Retroreflexionseigenschaften bei Nässe und Dunkelheit werden sie noch einmal in Markierungen Typ I und Typ II unterteilt, wobei Typ II auch bei widrigen Bedingungen besser zu erkennen ist.


    TIPP: Auch für Fahrerassistenzsysteme (FAS) ist es wichtig, dass Fahrbahnmarkierungen gut zu sehen sind. Nur dann kann zum Beispiel ein Spurhalteassistent erkennen, wenn der Fahrer von der Fahrbahn abkommt. Sogenannte „Abkommensunfälle“ sind für 22 % aller Verkehrstoten in Deutschland verantwortlich.


    Genaue Regelungen, wie Straßenmarkierungen ausgeführt werden müssen, gibt es auch: Hier sind laut der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) die Richtlinien für die Markierung von Straßen (RMS) maßgeblich.

    Sowohl bei Markierungen im Betrieb als auch auf öffentlichen Straßen gibt es also einiges zu beachten. Das fängt schon bei der Auswahl des richtigen, robusten, für die Umwelteinflüsse geeigneten Produkts an – und endet erst bei der Entfernung. Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und vermeiden Sie Fehler!



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