Tipps und Tricks für sicheren Winterdienst im Betrieb

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Vorsicht, Rutschgefahr! Schnee, Regen und Eis sorgen oft für gefährlich glatte Wege im Betrieb und um den Betrieb herum. Selbstverständlich kennen Sie die Regelungen zur Verkehrssicherungspflicht sowie zur Räum- und Streupflicht im Betrieb. Und Sie wissen: Sie müssen verhindern, dass jemand, egal ob Mitarbeiter oder ein Dritter, auf dem Betriebsgelände stürzt und sich verletzt. Aber haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass auch die, die Schnee schieben, Wege von Laub und Matsch befreien und streuen, ebenfalls geschützt werden müssen? Wir verraten Ihnen, worauf es dabei zu achten gilt!

Tipp: Falls Sie nicht wissen, wer fürs Schneeräumen und Streuen auf dem und rund ums Betriebsgelände verantwortlich ist, dann haben wir alle wichtigen Infos im Fachbeitrag "Räum- und Streupflicht im Betrieb" für Sie zusammengefasst.

 

Diese Gefahren gibt es beim Winterdienst ...

Die Personen, die auf dem Betriebsgelände Schnee und Eis beseitigen und Wege streuen, sind selbst vielen Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen Ausrutschen auf den (noch) vereisten oder verschneiten Wegen, körperliche Beanspruchung durch Witterung und Streugut, Arbeit in Dunkelheit oder unter Zeitdruck. Für die meisten Risiken gibt es Maßnahmen, die dafür sorgen, dass auch Winterdienst-Verantwortliche gesund bleiben.

Tipps und Hinweise für den Winterdienst:

  • Kleinere Flächen können mit einer Schneeschaufel oder einem Besen vom Schnee befreit und dann per Hand gestreut werden. Hierbei sollten die Beschäftigten Schutzhandschuhe zur Verfügung haben, da das Streugut Haut und Hände in Mitleidenschaft ziehen kann. Die Benutzung von Streuschaufeln ist natürlich besser und verhindert den direkten Kontakt der Hände mit Salz, Split & Co.
  • Streuen Sie außerdem mit der Windrichtung, um Stäube nicht einzuatmen und das Streugut nicht in die Augen zu bekommen. Beschäftigte sollten beim Streuen generell versuchen, Staubbildung zu vermeiden.
  • Müssen Salze umgefüllt oder gemischt werden, ist das Tragen einer Staubmaske, einer Korbbrille und von Schutzhandschuhen möglichst aus Nitril- oder Butylkautschuk empfohlen. 
  • Für die nötige Rutschsicherheit derer, die Winterdienst machen und als Erstes die gefährlich vereisten oder verschneiten Wege betreten, sorgen entsprechende Sicherheits- oder Arbeitsschuhe. Bei extremer Glätte können sogar Eiskrallen sinnvoll sein.
  • Wenn sich die für den Winterdienst zuständigen Personen lange im Freien aufhalten müssen, ist Wetterschutzkleidung angesagt.
  • Warnkleidung ist bei der Arbeit im Dunkeln von Vorteil. Bei Arbeiten neben fließendem Verkehr ist sie Pflicht.
  • Je nach Größe des wintersicher zu machenden Geländes müssen Beschäftigte Maschinen oder Fahrzeuge mit Anbaugeräten bedienen. Mit diesen sollten sie sich auskennen und sie müssen im Umgang damit unterwiesen werden.
  • Maschinen, die im Winterdienst verwendet werden, sind oft richtige Krachmacher: Bei einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) am Arbeitsplatz müssen Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung stellen. Beschäftigte können entscheiden, ob sie ihn tragen. Ab 85 dB(A) müssen sie ihn tragen.

 

Die richtigen Arbeitsmittel für den Winterdienst

Nicht nur die richtige Kleidung und das bewusste Verhalten sind für die Sicherheit im Winterdienst wichtig. Oft sollen helfende Arbeitsmittel die Arbeit erleichtern. Hier müssen Sie schon vor der Beschaffung gut überlegen, welche für die Bedürfnisse in Ihrem Betrieb sinnvoll sind: Schon vor dem Einkauf eines Arbeitsmittels müssen Sicherheit und Gesundheit derer bedacht werden, die sie anwenden – so verlangt es die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Wir haben folgende Tipps für Sie, welche Sicherheits-Aspekte für Arbeitsmittel im Winterdienst wichtig sind:

Arbeitsmittel sollten ergonomisch sein. Das können bei Schneeschaufeln und Besen zum Beispiel ausreichend lange Stiele, höhenverstellbare Teleskopstiele und T-Griffe gewährleisten. Auch sollten Schneeschaufeln möglichst leicht sein und aus einem Material, an dem der Schnee nicht kleben bleibt. Damit „Winterdienstler“ nicht bei jedem Einsatz die schweren Streugutsäcke über das Firmengelände tragen oder schieben müssen, sollten an zentralen Stellen Streugutbehälter stehen. Die dezentrale Lagerung von Split, Sand und Salz entlastet die Beschäftigten, was das Heben und Tragen angeht. Streugutbehälter sind natürlich so gestaltet, dass das Streugut trocken bleibt und immer zur Verfügung steht. Weil sie in der Regel draußen stehen, sind sie häufig aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK-Material) gemacht. Dadurch sind sie besonders robust, korrosions-, witterungs- und UV-beständig.

Tipp: Es gibt Streugutbehälter, die mit einem Gabelstapler oder einem Hubwagen unterfahrbar sind. Das erspart sogar den manuellen Transport der Streugutbox an ihren Bestimmungsort.

 

Augen auf beim Streuwagenkauf!

Beim Streuen spielt die Ergonomie ebenfalls eine große Rolle. Für größere Wegstrecken empfiehlt sich die Anschaffung eines handgeführten Streuwagens. Auch ein solcher Wagen sollte wiederum erst angeschafft werden, wenn die Tauglichkeit geprüft wurde. Hierbei sind zu beachten:

  • die Füllmenge: Streuwägen mit 10 Litern sind für eher kleinere Flächen um die 300 m2 geeignet; dabei kommt es aber noch auf die Streumenge an. Für handgeführte Exemplare sind um die 50 Liter Füllmenge schon viel. Als Anbauten oder Anhänger gibt es Streuwägen, die mehrere hundert, sogar tausende Liter fassen.
  • Umweltschutz ist, wenn Sie die Streumenge verstellen können – wenn Sie also selbst regeln können, wie viel Streugut aus dem Wagen herauskommen soll.
  • die Streubreite. Ein Kastenstreuer verteilt das Streugut wirklich nur über seine eigene Breite. Ein Schleuderstreuer mit integriertem Rührwerk hat größere Streubreiten, die meist in sogenannten Streustufen eingestellt werden können.
  • Ein höhenverstellbarer Griff, auch Schubstange genannt, und ein möglichst geringes Eigengewicht des Streuwagens verbessern die Ergonomie.
  • Rutsch- und Standsicherheit: Reifen mit einem Winterprofil und ein Standfuß geben sicheren Stand und Halt.
  • Fahrsicherheit und Komfort: Ist der Streuwagen beweglich und wendig? Eine mittig geteilte Achse macht das Kurvenfahren leichter.


Tipp: Ein Streuwagen ist nicht nur im Winter nützlich. Sie können damit oft auch Bindemittel, Samen, Dünger und andere Streumaterialien ausbringen.


Sie sehen also, der Winterdienst im Betrieb erfordert Planung und die richtigen Helfer. Damit Sie alle diese Tipps für sicheren Winterdienst auf einen Blick haben, laden Sie sich über den Link unten die Checkliste „Tipps für den sicheren Winterdienst im Betrieb“ kostenlos herunter!





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