Mit Bodenmarkierungen Unfälle vermeiden und Ordnung organisieren

Jetzt ist es Zeit für die Überprüfung!


Ist mit den Bodenmarkierungen in Ihrem Betrieb alles in Ordnung? Erfüllen sie noch ihre Zwecke? Der Frühling ist die richtige Zeit, um das zu kontrollieren, speziell im Außenbereich wie etwa auf Parkplätzen. Jetzt sollten Sie alle Markierungen, die im Winter gelitten haben, wieder in Ordnung bringen. Laut der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8 „Verkehrswege“ sind „farbliche Markierungen“ eine geeignete Schutzmaßnahme, um die Sicherheit auf Verkehrswegen zu gewährleisten. Doch wie finden Sie die ideale Markierung für Ihre Bedürfnisse? Und wenn Sie wissen, was Sie brauchen, wie geht es dann weiter? Wir verraten es Ihnen!

 

Tipp: Damit Sie wissen, worauf Sie bei der Überprüfung von Verkehrswegen achten sollten, bietet die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) eine Prüfliste „Fußböden und Verkehrswege“ an.

 

Die Basis für Ihre Auswahl einer Markierung sollte folgende Aussage aus der ASR A1.8 sein: „Der Oberflächenbelag ist den maximalen Beanspruchungen, z. B. durch Schleifen, Rollen, Druck, Stoß und Schlag sowie der Verkehrsbelastung, entsprechend zu wählen.“ Robust sollten Beschichtungen, Farben und Markierungen also sein. So halten sie auch bei einer gewissen Beanspruchung länger – und Sie müssen weniger ausbessern. Bedenken Sie aber: Grundsätzlich sind Bodenmarkierungen Verschleißteile. Arbeitgeber sollten sie austauschen oder ausbessern, sobald es notwendig ist.

 

Bei Fahrbahn- oder Bodenmarkierungen haben Sie die Wahl zwischen folgenden 3 Varianten:

  • der thermoplastischen Markierung, die mit einem Gasbrenner auf den Boden aufgeschmolzen wird. Diese eignet sich für dauerhafte Kennzeichnung. Sie wieder zu entfernen ist recht aufwändig.
  • Bodenmarkierungen zum Kleben wie etwa Bodenmarkierband oder Bodenmarkierpunkte sind auch recht robust, lassen sich aber relativ leicht entfernen.
  • Bodenmarkierfarbe ist geeignet, um große Flächen zu füllen oder frei Hand bzw. mit Schablonen gewünschte Muster aufzutragen, während Sie bei den ersten beiden Varianten vorgegebene Formen haben. Auch Markierfarbe ist für dauerhafte Markierung geeignet.

 

Das leisten Bodenmarkierungen

Überprüfen Sie, ob die Markierung, die Sie ausbessern oder neu anbringen wollen, ihren Zweck erfüllen wird, und wählen Sie dementsprechend Farben und Art der Markierung:

  • Markierungen für die  Verkehrsführung zum Beispiel im Lager oder auf Parkplätzen: Hier erfüllen Markierungen die Funktion eines Leitsystems und kennzeichnen zum Beispiel Fahrwege. „Die Kennzeichnung von Fahrwegsbegrenzungen ist farbig, deutlich erkennbar sowie durchgehend auszuführen. Wird die Markierung auf dem Boden angebracht, so kann dies z. B. durch mindestens 5 cm breite Streifen oder durch eine vergleichbare Nagelreihe (mindestens drei Nägel pro Meter), in einer gut sichtbaren Farbe - vorzugsweise Weiß oder Gelb - mit ausreichendem Kontrast zur Farbe der Bodenfläche erreicht werden.“ So hilft Ihnen die ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ bei der Auswahl der richtigen Markierung für die Verkehrsleitung. Auch auf öffentlichen Straßen gibt es Markierungen als Verkehrsleitsysteme. Diese fallen aber unter die Regelung nach der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und sind weiß; kurzzeitige Markierungen auf öffentlichen Straßen sind dagegen gelb und heben die Funktion der weißen Markierung auf.
  • Markierungen im Betrieb können auch Gefahrstellen und Hindernisse kennzeichnen, zum Beispiel bei kurzzeitigen Bauarbeiten, bei Stolperstellen oder Verengungen an Verkehrswegen. Hier drücken Markierungen eine Warnung aus. Ist die Gefahrstelle oder das Hindernis von Dauer, muss die Warnmarkierung gelb-schwarz sein. Handelt es sich um ein vorübergehendes Phänomen, muss sie rot-weiß sein.
  • Markieren Sie für die sichere Organisation und Ordnung im Betrieb Sperrflächen (Ladung abstellen verboten), Lagerplätze und  Stellflächen  in Lagern oder auf Parkplätzen. Hierzu gibt es keine gesetzlichen Regelungen, eine gute Organisation spart dem Unternehmen aber eine Menge Zeit, Ärger und Geld.

 

Tipp: Welche allgemeinen Anforderungen der Gesetzgeber an die Verkehrswege in einem Betrieb stellt, lesen Sie im Fachbeitrag „Innerbetriebliche Verkehrswege – diese 6 Punkte bringen Sicherheit“!  

 

Worauf Sie bei der Auswahl noch achten sollten ...

Wenn Sie nun wissen, zu welchem Zweck Sie markieren wollen und ob die Markierung dauerhaft sein soll, wissen Sie ja schon einmal, welche Art der Markierung und welche Farben Sie brauchen. Weiters sollten Sie bei der Auswahl auf folgende Punkte achten:

  • Ist die Markierung für den Innen- oder Außenbereich gedacht? Wie sieht es mit der Wetterbeständigkeit aus? Besonders bei Bodenfarben sind die Antworten auf diese Frage von großem Belang. Schließlich muss eine Bodenmarkierfarbe für den Außenbereich Minustemperaturen, Sommerhitze, UV-Strahlung, Regen und Schnee überstehen.
  • Welchen sonstigen Einflüssen muss eine Markierung standhalten? Selbst wenn eine Markierung im Innenbereich aufgebracht werden soll, kann es sein, dass sie einigen Einflüssen ausgesetzt ist, etwa Feuchtigkeit, Chemikalien oder anderen angriffslustigen Stoffen. Wenn Sie die Markierung in einem Bereich anbringen, in dem schwere Fahrzeuge verkehren, muss sie überfahrbar sein. Hier kommen oft staplerfeste Bodenmarkierungen aus Flachstahl zum Einsatz
  • Auf welchem Untergrund muss die Bodenkennzeichnung halten – Estrich? Beton? Asphalt? Blech? Nur wenn Sie Markierungen auf dem Material anbringen, für das sie gemacht sind, können Sie davon ausgehen, dass sie auch halten. Eins ist allen Markierungen gemein: Der Untergrund, auf dem sie angebracht werden sollen, muss sauber, trocken und fettfrei sein.
  • Ist in dem zu markierenden Arbeitsbereich ausreichend Zeit, dass die Markierung trocknen kann? Wenn nicht, greifen Sie nicht zu Farbe, sondern wählen Sie Markierungen zum Aufkleben, die Sie direkt belasten können.
  • Wenn Sie Klebemarkierungen aufbringen, kann eine Kantenversiegelung nötig sein, etwa in Feuchträumen.
  • Verarbeiten Sie in Außenbereichen oder in Räumen, in denen der Boden feucht sein kann oder Öle, Fette oder andere gleitfördernde Stoffe auf den Boden gelangen können, Bodenmarkierungen mit rutschhemmender Wirkung.
  • Muss die Markierung auch in der Dunkelheit gut gesehen werden, greifen Sie zu fluoreszierendem oder retroflektierendem Markiermaterial.

 

Tipp: Markierungen gibt es nicht nur für Böden zum Kleben oder Streichen. Auch für Treppen gibt es spezielle Antirutschwinkel oft auch in auffälligen Warnfarben. Anfahrschutz und Prallschutz für vorstehende Ecken, Rohre oder Kanten sind auch meist gelb-schwarz gestreift und weisen damit auf eine dauerhafte Gefahr an diesen Stellen hin.

 
 

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