Auswahl eines Waffenschranks: Das müssen Sie beachten!

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Gerade angesichts von Terroranschlägen und Amokläufen wird in Deutschland immer wieder der Ruf nach strengeren Waffengesetzen laut. Dabei wurden auf nationaler Ebene erst im Juni 2017 das Waffengesetz (WaffG) und die Allgemeine Waffen-Verordnung (AWaffV) geändert. Am 05. Juli 2017 wurde das neue WaffG im Bundesanzeiger veröffentlicht und seit dem 06. Juli 2017 gilt:

Die Lagerung und Aufbewahrung von Waffen ist nur noch in Waffentresoren erlaubt, die gemäß der DIN EN 1143-1 einen Widerstandsgrad von mindestens 0 (N) aufweisen. Waffenschränke, die andere Standards wie etwa den nach VDMA 24992 erfüllen, sind nicht mehr zur Lagerung von Waffen zugelassen.

Welche Waffen Sie in welcher Art Sicherheitsschrank aufbewahren dürfen, steht in Abschnitt 5 §13 und 14 AWaffV und in §36 WaffG. Für die „Aufbewahrung von Waffen oder Munition in Schützenhäusern, auf Schießstätten oder im gewerblichen Bereich“ gelten dieselben Vorgaben, die zuständigen Behörden können aber ein anderes Aufbewahrungskonzept genehmigen.

 

Grundsätzlich gilt bei der Aufbewahrung von Waffen:

  • Waffenschränke, die nach dem 06. Juli 2017 gekauft wurden, müssen der DIN EN 1143-1 entsprechen und mindestens Widerstandsgrad 0 (N) aufweisen.
  • Langwaffen, Kurzwaffen und Munition dürfen ohne räumliche Trennung in einem Waffenschrank gelagert werden.
  • In Waffenschränken gemäß EN 1143-1, Grad 0, die weniger als 200 Kilogramm wiegen, dürfen Sie eine unbegrenzte Anzahl an Langwaffen und bis zu 5 Kurzwaffen verwahren.
  • In Waffenschränken gemäß EN 1143-1, Grad 0, die mehr als 200 Kilogramm wiegen, dürfen Sie eine unbegrenzte Anzahl an Langwaffen und bis zu 10 Kurzwaffen lagern.
  • In Waffenschränken EN 1143-1 mit Widerstandsgrad I dürfen Sie eine unbegrenzte Anzahl Langwaffen und eine unbegrenzte Anzahl an Kurzwaffen aufbewahren.
  • Waffenschränke müssen nicht verankert werden, wenn es nach dem Gesetzgeber geht. Oft wird eine Verankerung aber empfohlen.
  • Für Waffenschränke, die nicht der DIN EN 1143-1 entsprechen, die aber vor dem 06. Juli 2017 in Betrieb gegangen sind, gilt Bestandsschutz. Sie dürfen vom bisherigen Besitzer weiter verwendet werden.
  • Auch die gemeinsame Nutzung von „Bestands-Waffenschränken“, die nicht der DIN EN 1143-1 entsprechen, ist durch berechtigte Personen, die in häuslicher Gemeinschaft leben, erlaubt. Das gilt auch, wenn eine der berechtigten Personen erst nach dem 06. Juli 2017 zum Beispiel den Jagdschein erworben hat.
  • Bei einer oben genannten gemeinsamen Nutzung kann der Schrank auch vererbt werden.
  • Nur der Berechtigte darf Zugang zum Schlüssel für den Waffenschrank haben.
  • Die sichere Aufbewahrung im Waffenschrank ist der zuständigen Behörde nachzuweisen, etwa durch Kaufbelege, im Zweifelsfall auch durch Fotos des Waffenschrankes.
  • Der Schrank muss in einem Raum stehen, zu dem nur der Waffenbesitzer Zugang hat. „Bretterverschläge“ mit Vorhängeschloss, wie sie als Keller in Mehrfamilienhäusern oft genutzt werden, sind keine sicheren Aufbewahrungsorte.
  • In nicht dauernd bewohnten Gebäuden, also bspw. in Jagdhütten oder Wochenend-Wohnungen, dürfen nur bis zu 3 erlaubnispflichtige Langwaffen in einem Waffenschrank nach Norm EN 1143-1 mit Widerstandsgrad I aufbewahrt werden.
  • Wer gegen diese Regelungen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro rechnen. Eine Straftat begeht, wer vorsätzlich gegen die Vorschriften verstößt und eine Gefahr verursacht. Hier droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren.
  • Behörden können verdachtsunabhängig überprüfen, dass Waffen und Munition vorschriftsmäßig aufbewahrt werden. Wie viele Waffenbesitzer tatsächlich kontrolliert werden, hängt stark von den jeweiligen zuständigen Behörden ab. So verzeichnete Bayern im Jahr 2016 eine Kontrolldichte von 9 bis 10 %. Im gleichen Jahr kontrollierte das Bremer Stadtamt alle Waffenbesitzer, während 2017 im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein gerade mal einer von 4.812 Waffenbesitzern kontrolliert wurde.

Erfüllen Sie also diese Vorgaben und achten Sie beim Kauf eines Waffenschranks darauf, dass er die Norm DIN EN 14331-1 erfüllt. Die Tresore für Schusswaffen, die Sie bei ZUFOR finden, erfüllen diesen Anspruch natürlich.

 
 
 

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