So bremsen Sie Parkplatz-Raser aus

Sicherheit auf Ihrem Betriebs-Parkplatz


Eben mal schnell mit dem schicken Auto an der netten Kollegin vorbeirauschen – bei Verspätung mit Vollgas auf den Betriebsparkplatz brettern – nicht nur auf öffentlichen Straßen gibt es sie, die Raser, sondern auch auf dem firmeneigenen Parkplatz. Da Arbeitgeber auf dem Betriebsparkplatz genauso für die Sicherheit ihrer Beschäftigten und von Dritten sorgen müssen wie in den Betriebsräumen, müssen sie die Verkehrsregelung hier selbst in die Hand nehmen. Auf einem Firmenparkplatz gilt nämlich nicht automatisch die Straßenverkehrsordnung, deswegen muss der Betriebsinhaber den Verkehr auf seinem Parkplatz nach seinen Vorstellungen gestalten, die nötigen Maßnahmen ergreifen und instand halten – und das sollte er auch tun! Denn nicht selten müssen nach einem Unfall auf dem Firmenparkplatz Gerichte entscheiden, ob die Sicherheit ausreichend geregelt war und wer für entstandene Schäden haftet.

 

Tipp: Ein Parkplatz ist keine öffentliche Straße, deswegen greift hier die StVO nicht. Lediglich Paragraph 1, der zu Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme aufruft, gilt. Betriebsinhaber sollten deswegen besonders darauf achten, den Verkehr auf ihrem Parkplatz zu regeln, um Unfälle und eine mögliche Haftung zu vermeiden.

 

So sorgen Sie für Verkehrsberuhigung

Wie auch auf öffentlichen Straßen ist auf Firmenparkplätzen zu schnelles Fahren eine der Hauptunfallursachen. Deswegen: Stoppen Sie Parkplatzraser!

Auf ein Tempolimit weisen Sie am besten durch Verkehrsschilder oder Markierungen auf dem Boden hin. Richten Sie auf Ihrem Parkplatz zum Beispiel eine Tempo-10-Zone ein. Dazu können Sie das Verkehrszeichen 274 installieren – das berühmte runde Schild mit dem roten Rand und der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit darauf. Oder Sie machen mittels einer Bodenmarkierung klar, wie schnell auf Ihrem Parkplatz gefahren werden darf. Hier eignen sich thermoplastische Verfahren, um eine Kennzeichnung auf dem Fußboden aufzubringen – diese sind überfahrbar und widerstandsfähig. Bei einer Bodenmarkierung handelt es sich allerdings um keine Vorschrift, sondern um eine Empfehlung. Dass Autofahrer diese trotzdem beachten sollten, müssen sie hoffentlich nicht erst schmerzlich erfahren.

Auch mit baulichen Maßnahmen „entschleunigen“ Sie Parkplatz-Raser: Fahrbahnschwellen und Aufpflasterungen sind Bodenerhebungen, die Autofahrer dazu zwingen, abzubremsen und langsam darüber zu fahren.

 

Tipp: Möchten Sie eine Bremsschwelle auf einem öffentlichen oder einem öffentlich zugänglichen Bereich anbringen, müssen Sie einen Antrag auf Verkehrsberuhigung stellen.

 

Meist bestehen Fahrbahnschwellen aus einem „Baukasten-System“ und können für unterschiedliche Breiten und Längen angepasst werden. In der Regel werden sie auf dem Boden aufgedübelt oder geklebt. Farbliche Markierungen an den Rändern machen Aufpflasterungen gut sichtbar. Viele Temposchwellen sind mit reflektierenden Elementen wie Katzenaugen oder einem Reflexband ausgestattet. Trotzdem sollten Sie darüber nachdenken, vor der Erhebung das Verkehrszeichen 112 „unebene Fahrbahn“ aufzustellen. Sollte sich jemand sein Auto an der Temposchwelle auf Ihrem Parkplatz beschädigen, so haben Sie in der Regel die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, dass Sie nicht haftbar gemacht werden können.

 

Darauf kommt es beim Fahrbahnschwellen-Kauf an

Zentrales Kriterium für die Art der Fahrbahnschwelle, die Sie kaufen sollten, ist die Richtgeschwindigkeit. Je höher die Fahrbahnschwelle oder die Aufpflasterung, desto mehr müssen Autofahrer abbremsen und desto größer die Geschwindigkeitsreduktion. Die Geschwindigkeit, mit der Bremsschwellen überfahren werden können, nennt man „Richtgeschwindigkeit“. Diese sollte bei den Produkteigenschaften angegeben sein, damit Sie sich daran orientieren können.

Achten Sie außerdem darauf, dass Bodenschwellen, die Sie wählen, dem Verkehr (zum Beispiel Schwerverkehr) in Ihrem Betrieb oder auf Ihrem Parkplatz standhalten.

 

Verkehrsleitsystem und Parkbuchten-Begrenzung halten Raser im Zaum

Auch mit Richtungspfeilen und Parkplatzbegrenzern nehmen Sie Personen, die gern zu schnell fahren, den Fuß vom Gas. Mit Pfeilen auf dem Boden oder auf Schildern als Teil der Parkplatzmarkierung geben Sie zum Beispiel die Richtung vor, in die gefahren werden darf. Mit Absperrpfosten und Pollern sperren Sie Bereiche ab, zum Beispiel den Übergang zu Gehwegen oder Parkplätze für bestimmte Personen oder Personengruppen.

Wenn Ihnen die farbliche Markierung von Parkbuchten nicht reicht und Sie verhindern wollen, dass Fahrzeuge wegrollen oder wegen zu schnellen Fahrens über das Ziel hinausschießen, sind Trennbalken und sogenannte „Radstopper“ als Parkhilfen zu empfehlen. Wer hier „andotzt“, richtet keinen Schaden an, weder an seinem Fahrzeug noch an den Autos anderer Personen oder an Gegenständen und Gebäuden. Für die bessere Sichtbarkeit sind auch in solchen Parkhilfen und Leitsystemen meist reflektierende Elemente eingearbeitet.

Verkehrsinseln, Leitzylinder oder Leitkegel sind andere Möglichkeiten der Verkehrslenkung. Sagen Sie den Benutzern Ihres Firmenparkplatzes damit, „wo es langgeht“, und nehmen Sie so Dynamik aus dem Verkehrsgeschehen heraus.

 

Tipp: Checken Sie regelmäßig, dass alle Markierungen und Schilder noch intakt sind. Auch hier gilt: Bessern Sie aus Sicherheitsgründen kaputte oder schlecht sichtbare Markierungen oder Verkehrsschilder so schnell wie möglich aus!

 

Mit Geschwindigkeitsreduzierung und Leitsystemen bremsen Sie also Parkplatzraser auf Ihrem Betriebsgelände aus – zur Sicherheit für alle Beteiligten.

 
 

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