Mehr Platz fürs Fahrrad im Betrieb

Wege für Radler sicher machen – Abstellplätze gut gestalten


Die Verkehrswende ist in aller Munde: Autobahnen und Städte platzen wegen der hohen Zahl an Autos aus allen Nähten und der Umweltschutzgedanke begleitet uns jeden Tag medial – Stichwörter: Fahrverbote für ältere Diesel-Autos, Fridays-for-Future-Demos und CO2-Diskussionen. Trotzdem fahren nur 9 % der Erwerbstätigen in Deutschland mit dem Fahrrad zur Arbeit. Schlechte Infrastruktur, kaum sichere Radwege und sowieso viel zu wenig Fahrradabstell-Möglichkeiten hindern Pendler oft daran, auf dieses gesundheitsfördernde und umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. Gerade erst hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) den „Fahrradklima-Test“ für das Jahr 2018 veröffentlicht. Dieser Befragung zufolge ist das Sicherheitsgefühl der Radfahrenden im öffentlichen Straßenverkehr im Vergleich zu 2016 sogar gesunken: 2018 gaben die Befragten dem Fahrradfahr-Gefühl im Durchschnitt die Schulnote 4,2; in 2016 war es zumindest eine gerade noch befriedigende 3,9.

 

Hindernisse und Anreize für Fahrrad-Fans

Was für die Straßen „da draußen“ gilt, gilt natürlich auch für den Betrieb: Wo sich Radfahrer nicht willkommen fühlen, wo sie Angst haben oder wo das Radeln und das Parken des Drahtesels einfach viel zu kompliziert gemacht werden, fährt man eben nicht gerne Rad.

Dabei ist es für Betriebe ganz einfach, fahrradfreundlich zu werden und damit die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern, der Umwelt etwas Gutes zu tun und ganz nebenbei das eigene Budget zu schonen (fittere Mitarbeiter sind seltener krank – Kostenersparnis durch weniger Parkfläche pro Verkehrsmittel …).
Wir verraten Ihnen hier, wie Sie beim Zukunftsthema Fahrrad ein vorbildlicher Betrieb werden. Die Umwelt, Ihre Mitarbeiter und Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken.

Tipp: In den USA gibt es einen Bike-to-Work-Day, also einen „Fahr-mit-dem-Rad-zu-Arbeit“-Tag. Dieser findet jeden dritten Freitag im Mai statt – 2019 ist das am 17 Mai. Vielleicht ist ein solcher Aktionstag auch in Ihrem Betrieb das Richtige, um das Radfahren zu fördern?

 

Die Top-Anreize, die Arbeitgeber bieten sollten, damit Beschäftigte mit dem Rad zur Arbeit fahren, sind laut dem Fahrrad-Monitor Deutschland 2015:

  1. Fahrradabstellplätze
  2. bessere Radwege
  3. Bonus für Radfahrer (Gutschein, Firmenrad/Dienstrad …)
  4. Umkleidemöglichkeiten, Waschgelegenheiten und Duschmöglichkeiten
  5. Reparaturmöglichkeiten

Info-Zahlen: 19 % der Fahrradfahrer finden, dass ihr Arbeitgeber heute schon sehr fahrradfreundlich ist, 31 % vergeben für die Fahrradbedingungen in ihrem Betrieb immerhin die Note 2. 26 % finden die Situation für Radfahrer in ihrem Unternehmen eine Note 3 wert, die restlichen 25 % sehen immensen Verbesserungsbedarf.

 

So erfüllen Sie die Fahrrad-Wünsche!

Die Wünsche der Beschäftigten zu erfüllen, ist also gar nicht so schwer, wie es zuerst scheinen mag. Mit den folgenden vier Punkten gelingt es Ihrem Betrieb, fahrradfreundlicher zu werden und den Mitarbeitern den Umstieg aufs Rad als Verkehrsmittel für den Arbeitsweg zu erleichtern:

 

1. Fahrradabstellplätze


Dass auf dem Betriebsgelände Fahrradparker zur Verfügung stehen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Fahrradständer, bei denen der Rahmen des Rads angeschlossen werden kann, also zum Beispiel Anlehnbügel oder Anlehnparker, sind die Abstellmöglichkeit, die Diebstahl am besten verhindert und vom ADFC empfohlen wird.

Fahrradparkplätze sollten überdacht und gut beleuchtet sein. Auch ein möglichst kurzer Weg zum Gebäude ist ein echter Vorteil. Je nach Gegebenheiten macht es Sinn zu kontrollieren, wer Zutritt zu den Fahrradparkplätzen hat. Es gibt auch Fahrradgaragen – das sind große Boxen, in die ein Rad eingestellt werden kann. Hier haben Sie die Überdachung zumindest für das Rad gleich inklusive.

Vielleicht können Sie sogar einen Raum als Fahrradgarage zur Verfügung stellen? Mit Fahrradaufhängern können Sie neben den üblichen Abstellmöglichkeiten auch Räder an der Wand aufhängen.

Tipp: Geschäfte bieten ihren Kunden einen echten Mehrwert, wenn sie einen Fahrradständer aufstellen. Egal ob fest montiert oder mobil: Spezielle Werbefahrradständer lassen sich mit ihrem Logo oder aktuellen Angeboten versehen.

 

2. Radwege

Die Wege auf einem Betriebsgelände sollten ebenfalls fahrradfreundlich gestaltet sein: Sie sollten breit genug und eben sein, ohne Schlaglöcher und ohne Rutschgefahren. Auf großen Betriebsgeländen kann sogar die Einrichtung von Fahrradwegen Sinn machen, besonders wenn betriebsintern Räder als Fortbewegungsmittel genutzt werden. Einfach und schnell lassen sich Fahrradwege durch Linienmarkierfarbe abgrenzen. So können Sie das Sicherheitsgefühl von Radfahrern steigern.

 

3. Vorteile für Radpendler

Animieren Sie die Beschäftigten mit Privilegien zum Radfahren: Bonusprogramme, kostenlose Rad-Parkplätze im Vergleich zu kostenpflichtigen Pkw-Stellplätzen, tolle Fahrrad-Aktionen oder Ladestationen für E-Bikes, an denen die Radler kostenfrei ihre akkubetriebenen Fahrräder aufladen können, sind echte Gimmicks für Radfahrer.

 

4. Service

Umkleiden und Duschmöglichkeiten sorgen dafür, dass Radfahrer sich nach einer anstrengenden Fahrt im Sommer frisch machen oder dass sie ihre regennassen Fahrrad-Herbstklamotten in einem angemessenen Raum wechseln können. Vielleicht können Sie sogar einen Fahrradreparatur-Service anbieten – möglicherweise in Kooperation mit dem Fahrrad-Laden um die Ecke?

 

Viele Betriebe scheinen schon auf einem guten Weg zu sein, was die Förderung der Radfahr-Möglichkeiten angeht. Nutzen Sie trotzdem brachliegendes Potenzial, um sich als fahrradfreundlicher Arbeitgeber zu zeigen und die Vorteile für alle Beteiligten auszuschöpfen!

 
 

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