Rammschutz im Betrieb - Pflicht und Kür

Checklisten-Download: Das müssen Sie bei der Auswahl von Anfahrschutz beachten!


Muss ich Rammschutz im Betrieb anbringen,  ja oder nein? Vor dieser Frage stehen viele – hoffentlich bevor ein Unfall passiert ist.

Eine Antwort bietet die DGUV-Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und Geräte“ (ehem. BGR 234): Neben den Anforderungen an die Beschaffenheit und die Traglast von Regalen und an die Breite von Verkehrswegen im Betrieb ist hier unter Punkt 4.2.5 zu lesen: „Ortsfeste Regale, die mit nicht leitliniengeführten Fördermitteln be- oder entladen werden, müssen an ihren Eckbereichen – auch an Durchfahrten – durch einen mindestens 0,3 m hohen, ausreichend dimensionierten, nicht mit dem Regal verbundenen und mit einer gelb-schwarzen Gefahrenkennzeichnung versehenen Anfahrschutz gesichert sein.“

An mehrgeschossigen Regal- und Schrankeinrichtungen müssen laut Punkt 4.3.4.3 Be- und Entladestellen mit aufklappbaren oder verschiebbaren Geländern gegen Absturz und herabfallende Gegenstände abgesichert werden. Auch Verkehrswege von Fußgängern und Fahrzeugen mit Rammschutzgeländern oder anderen Vorrichtungen zu trennen, kann sinnvoll sein. Hier muss die Gefährdungsbeurteilung die Grundlage für Ihre Entscheidung sein.

Fakt ist: Rammschutz schützt Inventar, Geräte, Fahrzeuge und natürlich auch die Mitarbeiter, die sich im Lager, in der Produktion oder in anderen Bereichen des Betriebs bewegen. Passiert eine Kollision, müssen Sicherheitsverantwortliche sich außerdem nicht mit der Frage auseinandersetzen, ob das angefahrene Regal noch funktionstüchtig ist und den Vorschriften entspricht – ob die Reparatur von Regalen überhaupt sinnvoll ist, daran scheiden sich nämlich die Geister der Experten. Einen beschädigten Rammschutz auszutauschen ist allemal besser, als Gesundheitsschäden bei Mitarbeitern oder Schäden an Maschinen, Regalen oder Fahrzeugen in Kauf zu nehmen.

Zusammengefasst besagt die DGUV-R 108-077 über Anfahrschutz an Regalen Folgendes: Rammschutz …

  • ist überall dort an Regalecken anzubringen, wo feste Regale stehen und frei fahrende Flurförderzeuge unterwegs sind.
  • darf nicht mit dem Regal selbst verbunden sein, sondern muss auf dem Boden oder an der Wand befestigt werden.
  • muss mindestens 30 Zentimeter hoch sein (in der DIN EN 15 512 ist von 40 Zentimetern die Rede, die auch allgemein empfohlen werden).
  • muss eine gelb-schwarze Warnmarkierung haben.
TIPP: Werden in Ihrem Betrieb Gefahrstoffe gelagert und bewegt, kann Anfahrschutz nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) ebenfalls vorgeschrieben sein. Beispiele sind hier „Ortsfeste Druckanlagen für Gase“ (TRGS 726)  und „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“ (TRGS 510).

Bügel, Poller, Winkel, Geländer? Das ist hier die Frage!


Ganz klar: für den Schutz von Regalecken eignen sich Rammschutz-Produkte in L-Form, sogenannte Anfahrschutzwinkel. Ein besonderes Extra bieten Anfahrschutzwinkel mit einer integrierten Leitrolle, die Aufprallstöße ableitet. Die Leitrolle „schiebt“ das kollidierte Fahrzeug weiter und verhindert so größere Schäden am Rammschutz selbst und am Fahrzeug.

Möchten Sie Kabel oder Rohre an der Wand schützen, ist ein U-Profil sinnvoll. Wenn Sie verhindern wollen, dass sich zum Beispiel Gabelstaplerzinken in ein Rammschutzgeländer oder unter eine Planke schieben, sollten Sie ein Rammschutz-Produkt mit Unterfahrschutz auswählen.

Besonders wenn Sie sensible Infrastrukturen wie Anlagen, Maschinen, Schaltschränke … schützen wollen, kann das sinnvoll sein.

Wenn Sie Verkehrswege trennen möchten, haben Sie die Wahl zwischen Rammschutzgeländern, Rammschutzplanken oder Rammschutzbügeln. Geländer und Planken können Sie nach Ihren Bedürfnissen erweitern und um Ecken führen.

TIPP: Robust und gleichzeitig megaflexibel sind Rammschutz-Produkte mit dem zusätzlichen SWING-Element. Dieses Federelement aus Polyurethan ermöglicht dem Pfosten oder der Planke eine Neigung um 10 Grad (bei Pollern 25 Grad) und verringert Schäden an aufprallenden Maschinen, Fahrzeugen und Geräten als auch am Rammschutz selbst.

Sie haben die Rammschutz-Wahl!


Wählen Sie Rammschutz so aus, dass er bestmöglich zu den Bedingungen in Ihrem Betrieb passt: Rammschutz-Produkte aus Stahl sind sowieso robust. Doch je größer der Durchmesser und je dicker das Material, desto größer die Anfahrkraft, der sie standhalten. Und je schwerer und schneller die kollidierende Maschine, desto stabiler muss der Anfahrschutz sein. Viele Rammschutz-Elemente aus Stahl sind feuerverzinkt und damit relativ gut vor Rost geschützt. Für den Außeneinsatz oder für Bereiche mit salzhaltiger Luft, etwa in Küstennähe, sollten Sie sich immer für die feuerverzinkte Variante entscheiden.

Die richtige Montage für zuverlässige Sicherheit


Wenn Sie das für Sie richtige Rammschutz-Produkt gewählt haben, kommt es noch auf die richtige Montage an. Als Erstes müssen Sie auf ausreichenden Abstand zum zu schützenden Objekt achten. Dies gilt besonders für „schwingbare“ Produkte, die nachgeben.

Dann stellt sich die Frage: Wollen Sie das Rammschutz-Produkt einbetonieren oder aufdübeln? Einbetoniert hält Rammschutz am meisten aus. Auch wenn der Zeitaufwand dafür größer ist, ist Einbetonieren die Montageart der Wahl, direkt gefolgt vom Verschrauben mit dem Boden. Achten Sie beim Aufdübeln darauf, die Dübel und Schrauben passend zum vorhandenen Untergrund auszuwählen. Es gibt keine alternativen Befestigungsmethoden – Kleben oder sonstige Montage ist bei Rammschutz nicht möglich!

TIPP: Wer’s bei Pollern robuster mag, kann sie nach der Montage mit Beton oder Sand füllen. Hierfür gibt es extra Rammschutz-Poller mit abnehmbarer Kappe.
 
 
 

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